Archiv der Kategorie: Short Stories

lachen leben sterben

13 Geschichten aus der Welt

220 Minuten Lesen_. 

Inhalt: lachen leben sterben

African BBQ – Namibia, Wildnis und weisse Jäger
Mond und weiße Haut – lässt uns in Indien mit schwarzen Schatten allein in der Nacht
Auf Händen tragen – Nachts im Hauptbahnhof München
Dreizehn Sekunden – führt in die grausame Welt der Kinderbanden African
Créme Brûlè – Teambildung mal anders
Mama Tube – Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde ohne es zu wollen
China, die Erste – Reisen mit Hindernissen und Sagenhelden
Das Rauschen der Termiten – Tod in der Wildnis
Der Herr auf dem Esel – Jerusalem und der denkwürdige Tag vor Palmsonntag
Dammi la mano! – Ein Krüppel, eine Mafioso und die Rache
Die Zeichnung – Ein alter Mann und seine Schuld – – ausgezeichnet mit Münchner Werkstattpreis
Abwärts in den Tod – Es brennt, na und?
Eine gute Jagd – Sympathische Jäger?!

Die Geschichten aus fünf Kontinenten zeigen das Lachen, Leben und Sterben, wie es sein kann, wenn man Augen hat zu sehen.

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DREIZEHN – Meine Welt in Kurzgeschichten

Nach längerer Vorbereitung hat der Mexxbook Verlag meine Kurzgeschichten als e-Book mit dem Namen DREIZEHN  herausgebracht, und schon die ersten AMAZON-Rezensionen haben mich mehr als überrascht.

Die Gerneleserin schrieb: Fünf Sterne sind hier eigentlich zu wenig. lies mehr…

Wolfgang Schwerdt meinte: Kullnick beobachtet, beschreibt, dokumentiert und bringt damit dem Leser – nur scheinbar distanziert – das für uns Unbegreifliche von Realitäten nahe, die nicht nur weit weg von uns, wie beispielsweise die mexikanischen Kinderbanden, existieren. lies mehr…

Mit Spannung erwarte ich Eure(Ihre Meinung. Entweder auf meinem Blog oder besonders gern bei AMAZON

Zusammenfassung des Buches
Die Kurzgeschichten in „13 – Dreizehn“ sind ein kosmopolitischer Spiegel des Lebens, Kämpfens und Leidens, aber auch der Freude und des allgegenwärtigen Wunsches, aus dem Leben das Beste zu machen. Sie zeigen, dass die bloße Existenz den Protagonisten nicht genug ist. Es kommt immer noch etwas dazu, sei es Mut oder Verzweiflung, Fürsorge oder Hass, Kraft und Schwäche, Liebe und Freundschaft, Hoffnung und…

Die erste Geschichte, „Dreizehn“, nimmt den Leser mit nach Mexiko, in ein Land voller Härte und Grausamkeit, vor den geschlossenen Grenzen der USA.
„Mama Tube“ ist Joan Sutherland, Canbarra, Australien. Sie meistert ein Leben, das tausende Menschen in die Verzweiflung und den Wahnsinn getrieben hätte, und sie ist dabei noch Anderen eine Hilfe und Trost in ihren Schwierigkeiten. Beim Crash-Kontakt mit einer anderen Kultur kann der Leser versuchen sich selbst wiederzufinden. Ich lasse eine Rezensentin der Erzählung „China, die Erste“ selber sprechen: „… eine atemlose, witzige Geschichte voller Charme und Esprit, hat mir sehr gut gefallen. Das Tempo und die passenden chinesischen Sprichwörter steigern die Spannung. Aus dem Professor könnte ein Serienheld werden …“. Die menschliche Geste der Hilfe, das „Dammi la Mano“ wird brutal konterkariert und in einen Akt der Rache verwandelt. Nicht weit von Rom entfernt findet im stillen Farnese ein Krimi statt. „Nur Rauschen?“ stellt die Frage nach dem Leben. Sie ergibt sich bei der Begegnung eines Wissenschaftlers mit einer Oryx-Antilope, in einer für das Tier dramatischen Situation in Tanzania.

Die mit dem Haidhauser Werkstattpreis, München, ausgezeichnete Kurzgeschichte „Die Zeichnung“ steht am Schluss des Buches. Sie zeigt, wie Unschuld sich in Schuld verwandelt hat.

Ein Kommentar

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Jagd nach dem Regen

Tropfen adrian.benko

Nach zwei Stunden hatte der Regen endlich aufgehört. Das Wasser sammelte sich auf den obersten Blättern und Ästen der hohen Buchen und bildete im durchbrechenden Licht des frühen Herbstmorgens rinnendes Silber auf dem Weg zur Erde. Die Ströme liefen zusammen und fielen als kleine Wasserpakete auf die unter den Buchen heranwachsenden Eschen und halbwüchsigen Ahornbäume, wo sie zu tausend blitzenden Splittern auseinanderspritzten und als eine Art Regen der zweiten Etage das mannshohe Gebüsch benetzten. Dies und das Platschen riesiger Wassertropfen auf Farne, Gräser und Büsche machten das Geräusch aus, das sich immer nach einem heftigen Niederschlag durch den lichten Wald zog. Dunst stieg auf und betupfte die klare, frische Luft.

Atemgeräusche drangen aus dem Gebüsch und schweres Schnaufen wies auf die dort hockenden Jäger hin. Noch wagten sie sich nicht aus ihrem Regenschutz hervor. Zu leicht schlügen ihnen die Wasserbömbchen von den hohen Bäumen mit voller Wucht auf den Kopf.

„So“, kurz und scharf klang es, „dann können wir wohl? Etwas Besseres als dieser Regen konnte uns gar nicht passieren. Nach einem ergiebigen Schauer ist die Jagd viel leichter als sonst. Die Luft ist klar und rein, die Sicht gut und man selbst ist frisch und aufmerksam.“

Buche

Der, der diese Worte sprach ist der dickere von Beiden. Trotz der Deckung im dichten Gebüsch liefen ihm dicke Wassertropfen über das Gesicht. Es ist einer jener dunklen, kräftigen Kerle, die mit selbstsicherem Auftreten und jovialem Gehabe Andere allein dadurch einschüchtern, dass sie sich stark fühlen und das ungeniert zeigen.

Der zweite ist ein eher schüchterner, schmaler Typ, eine der Figuren, die immer so aussehen, als hätte man sie gerade aus dem Wasser gezogen.

„Vielen Dank auch noch, dass Du mich zu Jagd mitnimmst. Du weiß ja, dass es das erste Mal für mich ist.“, sagte er und merkte sofort, dass es ihm wieder nicht gelungen war Zuversicht und Entschlossenheit auszustrahlen.

„Ach was, irgendwann ist es ja für Jeden das erste Mal.“, sagt der Dicke und grinste seinen Begleiter an, wobei er seine Zähne herausfordernd blitzen ließ.

„Ich weiß immer noch nicht, ob ich es schaffen werde – wenn es Ernst wird.“, sagte der Dünne und ärgerte sich schon wieder über seinen Mangel an Unerschrockenheit.

„Du weißt genau, dass es sein muss. Es werden sonst zu viele und außerdem richten sie ganz schön Schaden an, überall. Du wirst sehen, wir jagen nicht wahllos alles.“ , fuhr der Dicke ihn an.

„Außerdem ist es auch für uns nicht ganz ungefährlich so zu jagen, wie wir es seit der neuen Zeit machen. Früher wäre diese Art Jagd hier bei uns auch gar nicht möglich gewesen.“

Der Dünne fragte ängstlich, „Ist es wirklich so gefährlich wie man immer hört.“

„Na ja, wenn man leichtsinnig ist erwischt es einen schon mal. Aber keine Sorge, ich zeige Dir genau wie es gemacht wird. Ich hatte schon zig mal Erfolg. Voriges Jahr hatte ich mal eine Dreier-Strecke an einem Tag.“, doziert er und machte seine gedrungenen Gestalt so groß wie möglich.

Der Dünne versankt in nachdenklichem Schweigen.

Längst ist alles an ihnen nass; sie haben zu viele Büsche gestreift und dauernd trafen sie Wasserbomben.
„Man muss die besten Stücke erkennen, sehen ob sie sich lohnen, nicht so kleine Mickerdinger aussuchen.“, fing der Dicke wieder an, „Ordentliche Trophäen müssen es schon sein. Ich zeig dir genau wie es geht. Nachher musst Du dann aber auch mal selbst ran, ok?“

Dann lag sie vor ihnen, die große Schneise die durch den Bau der Bundesstraße entstanden war und die den kleinen Wald in zwei ungleiche Teile zerhackte. Wie ein flüssiges schwarzes Band aus Lakritz lag sie vor ihnen. Die noch tief stehende Morgensonne zauberte an einigen Stellen rotgoldene Schlieren auf die Strasse. Sie bog von Norden kommend in einer überhöhten Kurve elegant nach Osten ab, öffnete den Blick auf ein schönes kleines Tal rechts der Fahrbahn und verschwand im feurigen, am Horizont klebenden Sonnenball.

Früher, so erinnerte sich der Dünne seufzend, waren hier Steilwände am Fluss in denen ein Eisvogelpärchen seine Nisthöhle hatte. Ach ja, damals, als das Flüsschen noch nicht in einer großen Betonröhre unter der Straße verschwunden war war alles so viel ruhiger hier gewesen.

In der morgendlichen Sonnenflut fuhren zu dieser frühen Stunde nur wenige Fahrzeuge. Die meisten bewegten sich mit hoher Geschwindigkeit und zogen hoch aufspritzende, leuchtende Wasserschleier hinter sich her. Nach einer Weile des vorsichtigen Anpirschens wandte sich der Dicke an den Anfänger. „Pass auf, wenn Du das Wild genau beobachtet und dir ein passendes Stück herausgesucht hast, konzentrierest du dich ganz auf dein Ziel, aber ohne dabei die anderen aus den Augen zu lassen. Du stellst Dich so dicht wie möglich heran und wartest. Dann, im entscheidenden Augenblick, schlägst Du zu, klar? Pass aber immer auf die Anderen auf. Die rächen sich manchmal sofort.“
Der Dünne nickte zaghaft. „Aber Du machst es mir noch mal vor?.“
„Klar doch.“, brummt der Dicke und machte sich fertig.

Ein Wagen näherte sich mit mäßiger Geschwindigkeit. Es war ein Renault mit einer jungen Frau am Steuer. Der Jäger schüttelte unwillig den Kopf – zu unbedeutend. Dann, noch fern, man erkannte ihn noch, bevor er zu erkennen war. Fachkundig nickt der Jäger, „mindestens ein Porsche“ und zog voller Vorfreude den rechten Mundwinkel hoch.

Die Musik und der Wagen dröhnten um die Wette Der Fahrer kannte die Kurve gut. Leicht überhöht war sie und ein richtiger Mann nahm sie ohne zu bremsen. Plötzlich tauchten im goldenen Spiegel den die Sonne auf die nasse Fahrbahn warf, zwei Schatten auf, einer dick und klein, der andere dünn. Der Dicke rannt los, frontal auf den Wagen zu, drehte wieder ab und flitzte gewand zur anderen Straßenseite hinüber, stoppte, fuhr herum und guckte mit aufgerissenen Augen was geschah. Der Dünne stand vor Angst unbeweglich halb auf der Fahrbahn und starrte auf das Geschehen.

Als der dicke Schatten auf ihn zu kam wich der Wagen zuerst nach Links aus, als dieser jedoch zur anderen Straßenseite abbog riss der Fahrer das Steuer nach Rechts, und war fast gerettet,da machte der Dünne unentschlossen einen Schritt nach vorn und der Porsche versuchte wieder nach Links auszuweichen, bremste, schleuderte, rutschte, verlor die Längsorientierung, stand nun seitlich zu Fahrtrichtung, drehte sich, die Sonne erleuchtet dabei das verkrampfte Gesicht des Fahrers, wie für ein letztes Foto, und der Wagen fing an sich zu überschlagen. Ein, zwei, drei komplette Rollen, dann schlitterte das Fahrzeug von der Straße in Richtung Tal, fiel die wenigen Meter hinab dahin, wo die Betonröhre das ehemalige Flüsschen wieder ausspuckt und blieb kopfüber liegen. Dann war alles wieder ganz ruhig. Sogar das Radio schwieg.

„Siehst Du?“, sagte das dicke Wildschwein, „Es ist ganz einfach. Jetzt laufen wir ein Stück an der Straße entlang nach Norden zur nächsten Kurve und da probierst Du es.“

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Crème Brûlée ala Dr. Knurrhahn – Werkstattlesung – Neu!! Sehen – Hören – Lesen

Crème Brûlée

Es war schon eine Herausforderung für mich nachdem ich am Freitag den 10. Juni eine längere, relativ ernste Geschichte gelesen hatte am Ende des Abend noch etwas Humorvolles zu lesen (Hier die VorabpublikationCrème Brûlée alà Dr. Knurrhahn“ bei Mexxbooks (mit Rezepten). Das Publikum hatte meinen ernsten Beitrag mit überwiegender Zustimmung bewertet aber, wie immer wenn man im Münchner-Literaturbüro liest, fehlte es nicht an (meist) konstruktiver Kritik. Nach der lebhaften Diskussion und einer zwanzigminütigen Pause las ich also weiter.

Ich habe meine kurze Vorbemerkung im Video gelassen, so das Ihr den Hintergrund der Geschichte von Dr. Knurrhahn besser einordnen könnt.

Apropos Video. Ich hatte mich bereit erklärt Versuchskaninchen zu spielen. So wurde in der Milchstrasse 4 in München das erste Mal eine Videoaufzeichnung des gesamten Abends gemacht. Um aber niemanden mit einem 45 Minuten dauernden Video zu langweilen habe ich nur die kurze „Humoreske“ in diesen Blog gestellt.

Hoffentlich ist es trotz der noch nicht optimalen Qualität auszuhalten und beim nächsten mal, so es denn eines gibt, wird die Videoqualität sicher noch besser sein.

Die Crème Brûlée

Nun aber viel Spaß mit „Crème Brûlée alà Dr. Knurrhahn“ VIDEO

VorabpublikationCrème Brûlée alà Dr. Knurrhahn“ bei Mexxbooks (mit Rezepten)

Ich freue mich natürlich über Rückmeldungen.

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Erneute Qualifikation für den Haidhauser Werkstattpreis

Nachdem ich im April den Haidhauser Werkstattpreis des Münchner Literaturbüros erhalten habe, wollte ich es am Freitag 3. Juni erneut wissen. Ich habe mich also wieder mit einem Text in die Schlacht gewagt.

Jeden 1. Freitag im Monat können max. 6 Autoren und Autorinnen einen oder mehrere Texte mit einer Gesamtlänge von 10 Minuten vorstellen und sich dem Urteil des erfahrenen Publikums stellen. Gemäß der Tradition des MLB wird natürlich weiterhin über Stärken und Schwächen der einzelnen Texte ausgiebig diskutiert.

Am Ende des Abends wird durch Abstimmung ein/e Tagessieger/in ermittelt. Das Publikum bestimmt, ob der/die Tagessieger/in Kandidat/in für den Haidhauser Werkstattpreis wird.

Das Publikum fand meinen Text „Dämon der Wissenschaft“ wert, ihn zum Monatssieger zu wählen. Obwohl im  anschließenden Werkstatt-Gespräch noch gute Kritikpunkte genannt wurden überwog die Zustimmung für meine Metapher über Georg-Christoph Lichtenberg.

Hierüber freue ich mich natürlich sehr und bin gespannt, gegen welche Texte ich in der Finalqualifikation im Frühjahr nächsten Jahres bestehen muss.

Insbesondere dem Publikum danke ich für manchen guten Gedanken, mit dem ich die Geschichte noch verbessern kann.

Wer sich für das Wann, Wie, Wo der nächsten Termine interessiert (ich lese beispielsweise am nächsten Freitag einige meiner Erzählungen), kann auch einen Blick in  das Publikationorgan des Clubs, die Münchner Literaturseiten werfen.

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10. Juni, 19:30 Werkstattlesung im Münchner Literaturbüro

Am 10. Juni 2011 19.30 – 21:30 lese ich eigene Erzählungen und stelle mich mit meinen neuen Geschichten der Kritik des Publikums. Das Münchner Literaturbüro wird gefördert durch das Kulturreferat der Stadt München. Der Eintritt ist kostenlos.
Ich würde mich sehr freuen Euch dort zu sehen oder wenn ihr die Einladung an Interessierte Menschen weitergebt.
Münchner Literaturbüro – Haidhauser Werkstatt e.V.
Milchstrasse 4
81667 München
Hinter dem GASTEIG, U-Bahn Rosenheimer Platz, Parkhaus Gasteig oder Hilton (18:00-23:00 7€)

Die Lesung hat Werkstattcharakter, also diskutiert doch einfach mit und laßt Euch unterhalten.

Es macht viel Spaß meine Kindergeschichten vor dem richtigen Publkikum zu lesen.

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